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Kultur

Das Hippelsteinchen ist keine Erfindung!

Hier ein Foto des Hippelsteinchens mit dem typischen Luftschlangen-Bewuchs, wie sie nur zur närrischen Zeit in Gönnersdorf zu sehen ist.

Gönnersdorf / Eifel, ein Besuch lohnt sich!


Ein Klick auf das Hippelsteinchen und Ihr werdet erfahren, wo das Hippelsteinchen zu finden ist.


Mehr Informationen über das Naturdenkmal "Hippelsteinchen" weiter unten auf dieser Seite.

Gedicht zur Gründung 2004 der KG von Rös:

Du sagenumwobener Hippelstein,

Heut' gehst Du in die Annalen ein,
Wirst fortan mit dem Karneval verbunden sein.

Unser Verein trägt nun Deinen Namen,
Aus diesem Anlass wir in Scharen hierher kamen.

Zum Mittagsgeläut sollst du Dich ja drehen,
Karneval kommen wir und wollen es sehen.

Trotz weiterhin Blitz, Hagel und Regen,
Von uns bekommst Du nun Deinen Segen.

Die Flasche soll an Deiner Mütze zerschellen.
Lara wird dazu auch kräftig bellen.

Wir rufen dir zu: "Bleib fest und bleib brav -
3 x Gönnersdorf Alaaf."


Kulturdatenbank Region Trier:

http://kulturdatenbank.de.vu



Gönnersdorf
Hippelsteinchen

Naturdenkmal



Beschreibung

Jenseits des Dorfrandes von Gönnersdorf findet man das sagenumwobene Hippelsteinchen - nach Aussage des Heimatforschers Busch der eigenartigste Dolomitfelsen des Landkreises Daun. Es steht inmitten blütenreicher Kalkmagerrasen, die auf extensive Nutzung über Jahrhunderte zurückgehen. (eifeltour.de)




Lage des Kulturobjekts (Gauss-Krüger-Koordinaten)
R_gk: 2543621
H_gk: 5577733
Koordinaten beziehen sich auf die exakte Lage des Objekts.

Gedicht von Elfriede zur Gründung:

Hippelstein, oh Hippelstein
hüpf' einmal doch für uns allein!

Die Mittagsglock' ist längst verklungen,
da bist du sicher hoch gesprungen.

Und neulich ist es sogar gelungen,
die Feusdorfer haben dich ins Fernsehen gezwungen.

Wir kommen heut' als kleine Schar,
denn du bist doch für Gönnersdorf da!

Wir möchten dich heut' zur Vesper besuchen
und dich fest als unser Maskottchen buchen,
für unseren örtlichen "Jeckenverein",
du musst auch im Nachtzug "präsent" dann sein!

Hippelsteinchen, Hippelsteinchen
heb bitte für uns Bauch und Beinchen!


Magische Kräfte

www.goennersdorf-eifel.de

Hippelsteinchen, Leyen & Co.

Geologisch gesehen handelt es sich beim "Hippelsteinchen" um einen Dolomit- und Pilzfelsen.
Er ist der eigenartigste Dolomitfelsen des Kreises Daun. Mehrere Dolomitblöcke sind aufeinander geschichtet, so dass das Felsgebilde einem Pilz ähnelt. Das Hippelsteinchen ist 5 Meter hoch und in seinem oberen Ende ebenso breit. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Stein schon seit alten Zeiten als Grenzstein, wahrscheinlich sogar als Wegweiser und Kultstätte diente. Will man sich den skurrilen Felsen ansehen, braucht man als Wanderer nur einen Gönnersdorfer zu fragen - denn jeder weiß, wo das Hippelsteinchen steht.

Der ehemalige Dorfschullehrer Uwe Klug erzählte seinen Schülern eine Geschichte über die magischen Kräfte des Hippelsteinchens: Das Hippelsteinchen drehe sich, sobald es das Mittagsläuten höre, dreimal um sich selber. Wenn ein Schüler vor zwölf Uhr mittags seine Hausaufgaben auf den Felsen legen würde, wären die Aufgaben nach der Drehung des Steinchens erledigt.
Es gibt das Gerücht, dass tatsächlich einige Schüler zum Hippelsteinchen pilgerten und vergeblich auf die Drehung, bzw. auf die Erledigung ihrer Hausaufgaben warteten.

Bild-Quelle:
Eifelkalender 1940

Foto: P.J. Busch, Trier / © Jochen Jakobi in eifeltour.de

Sehenswertes:

www.eifeltour.de

In der Gemarkung Gönnersdorf liegen die einmaligen Naturschutzgebiete Möschelberg, Mäuerchenberg, Hierenberg und Pinnert.
Das sagenumwobene Naturdenkmal "Hippelsteinchen" jenseits des Dorfrandes von Gönnersdorf gilt als der eigenartigste Dolomitfelsen des Landkreises Daun. Er steht inmitten blütenreicher Kalkmagerrasen, die auf extensive Nutzung über Jahrhunderte zurückgehen. Die Biotope des Dorf des Ortes wurden von Dr. Klaus Cölln, Leiter des zoologischen Instituts der Stadt Köln, systematisch erforscht. Gönnersdorf ist in Bezug auf seine faunistische Artenvielfalt das am besten untersuchte Dorf der Eifel. Hierbei wurde auch eine bis dahin nicht bekannte Fliegensorte, die " Eudorylas goennersdorfensis " entdeckt. Deshalb trägt diese Augenfliegenart auch den Namen des Ortes.


Heimatjahrbuch Kreis Daun 1997:

www.jahrbuch-daun.de

Das Hippelsteinchen von Thekla Heinzen, Feusdorf

Wer heutzutage etwas auf sich hält,
der reist so kreuz und quer durch die Welt,
er sucht Sensationen und vergisst,
wie schön es doch in der Heimat ist.

Es gibt, nahe hier bei unserm Ort,
erst kurz war ich beim Spaziergang dort,
ein Fleckchen Erde, friedlich und still,
wo man gerne etwas verweilen will.

Dort steht im Berghang am Wiesengrund
ein großer Fels, wie ein Ball so rund.
Er wird das Hippelsteinchen genannt
und ist hier eigentlich jedem bekannt.

Und wenn an einem Freitag zur Mittagsstund'
die Glocken läuten in weiter Rund,
dann dreht sich der Stein und aus einer Tür
tritt ein uralt Zwergenmännlein herfür.

Es blinzelt ins Licht und schaut umher,
ob auch niemand da ist, der es stör',
und hippelt dann lustig, hetdideldum,
mit frohem Lachen ums Steinchen herum.

Wenn dann vom Turm die Glocke verhallt,
und es wieder still wird über dem Wald,
dann verschwindet das Männlein im steinernen Tor,
und alles sieht aus, als wie zuvor.

Es geht die Sage: Wenn ein Sonntagskind
den richtigen Freitag, den dreizehnten find',
und es sieht das Männlein und bittet schön,
so wird ihm ein Wunsch in Erfüllung gehn.

Auch ich geh demnächst mal wieder hin,
das Männlein zu treffen hab' ich im Sinn.
Und kommt es heraus aus der Felsentür
und fragt: "He Menschlein, was willst du von mir?

Willst du Gold oder willst du Edelstein?"
Dann schütt'l ich den Kopf und sage: "Nein!
Weißt du, du lieber, freundlicher Wicht,
das ist sehr schön, doch ich brauch es nicht.

Behuf mir die Heimat, die hab' ich so gern.
Halt' Sturm und Feuer und Krieg von ihr fern.
Hilf wahren uns Brauchtum, Freundschaft und Recht,
dann geht es den Ärmsten von uns nicht schlecht."

Und diesem Wunsch, ich bin überzeugt, ist das Männlein gar nicht abgeneigt.
Versucht euer Glück doch auch einmal beim Spaziergang im verwunschnen Wiesental.


Heimatjahrbuch Kreis Daun 1992:

Das »Hippelsteinchen« von Dr. Klaus Cölln, Gönnersdorf

Gelungene Zusammenarbeit bei der Biotoppflege im NSG »Mäuerchenberg, Hierenberg und Pinnert«

Das »Hippelsteinchen« ist ein Wahrzeichen von Gönnersdorf. In ihm tritt uns das Dolomitgestein des Mitteldevons der Dollendorier Kalkmulde in besonders schöner Form entgegen. Busch bezeichnet in seinem Buch: »Naturdenkmale - Ein Heimatbuch des Trierer Raumes«, das »Hippelsteinchen« als den »eigenartigsten Dolomitfelsen des Kreises Daun«. Seit jeher hat man den Kindern von Gönnersdorf erzählt, daß der sagenumwobene Fels sich dreimal um sich selbst dreht, wenn er mittags die Betglocke hört. In den letzten Jahren wurde es zunehmend stiller um das »Hippelsteinchen«. Allmählich verschwand es hinter aufwachsenden Kiefern und Schlehen und so mancher vorüberziehende Wanderer nahm es gar nicht mehr wahr. Dieses Schicksal teilte der Felsen mit dem gesamten Naturschutzgebiet »Mäuerchenberg, Hierenberg und Pinnert«, in dessen Gebiet er liegt. Das 40 ha große Gelände enthält heute noch Kalkmagerrasen-Flächen in der Ausprägung eines Enzian-Schillergrasrasens, die einen Anteil von etwa 14 ha ausmachen. Auch diese waren bis vor kurzem durch aufwachsende Kiefern stark gefährdet. Hinzu kam durch Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung eine zunehmende Verfilzung der Grasnarbe, die das Aufkommen von Orchideen und anderen standorttypischen Pflanzen behinderte.

Anläßlich einer Bereisung des Naturschutzgebietes durch die Bezirksregierung Trier im Herbst 1988 erklärte sich die DBV-Gruppe »Obere Kyll« bereit, mit Pflegemaßnahmen zu beginnen. Diese sollten sich in erster Linie auf das Entfernen von Aufwuchskiefern konzentrieren. Die Bilanz nach dem ersten Einsatz, der von Revierförster Hoppe fachlich begleitet wurde: »Das Unterfangen ist aussichtslos«. Die bearbeitete Fläche war kaum auszumachen in dem riesigen Areal. Gleichzeitig hagelte es Kritik aus der Bevölkerung. Das Motto: »Alle sind besorgt über das Waldsterben und die Naturschützer fällen Bäume«. Es wurde versucht, über eine Photoausstellung in der örtlichen Kreissparkasse und durch Vorträge die Bedenken auszuräumen und es wurde weitergemacht. Auf Antrag an Landrat Orth stellte die Kreisverwaltung Daun geeignetes Werkzeug sowie Arbeitsmittel zur Verfügung und unterstützte das Projekt auch sonst in mannigfacher Weise.

Bei den nächsten Arbeitseinsätzen stieg die Zahl der Teilnehmer, es kamen jetzt auch Mitglieder des Eifelvereins und nicht organisierte Bürgerinnen und Bürger hinzu. Insgesamt wurden auf diese Weise über 600 Arbeitsstunden geleistet und erhebliche Teile des Magerrasens des NSG's wieder in den alten Zustand versetzt. Dennoch wurde immer klarer, daß die gesamte Fläche von unserer kleinen Gruppe nur schwer zu bewältigen war. Zusätzliche Hilfe war dringend erforderlich. Durch Vermittlung des Ortsbürgermeisters von Gönnersdorf, Fritz Schmidt, bekamen wir Kontakt zur 2. Kompanie des Fernmeldebataillons 930 in Gerolstein. Und eines Tages war es dann soweit; zum ersten Mal erschienen 58 Soldaten dieser Kompanie unter Führung von Hauptmann Aust zu einem Umwelttag im NSG, das zum großen Teil im Gebiet ihrer Patengemeinde Gönnersdorf liegt. Nach Einführung in die Problematik gingen die Soldaten - von erfahrenen DBV-Mitgliedern eingewiesen - mit Begeisterung an die Arbeit. Am Ende des Tages waren etwa 3 ha von Aufwuchskiefern befreit. Alle Beteiligten waren zufrieden und Termine für weitere Umwelttage wurden vereinbart. Inzwischen waren die Soldaten schon zum dritten Mal in »ihrem Biotop« tätig und stellten während des letzten Einsatzes auch das völlig eingewachsene Naturdenkmal »Hippelsteinchen« frei. Weithin sichtbar in seiner Schönheit ist es jetzt wieder und wartet auf neugierige Besucher, die die Sage von seiner mittäglichen Drehung überprüfen wollen.
Auf Dauer kann und soll die Pflege eines Biotops unserer Meinung nach keine ehrenamtliche Aufgabe sein. Hier müssen andere Konzepte greifen. Deshalb verstanden wir unsere Einsätze auch nur als Erstpflege, die eine spätere Bewirtschaftung der Flächen durch Landwirte oder Schäfer ermöglichen sollte.

Biotoppflege durch Landwirte, eine Idee, die maßgeblich durch Prof. Schuhmacher von der Universität Bonn entwickelt wurde, führt zumindest partiell Naturschutz und Landwirtschaft zusammen. Deshalb freuten wir uns, daß die Bezirksregierung trotz angespannter Haushaltslage schließlich der Bitte entsprach, über die Forstverwaltung Mittel für die Pflege des Trokkenrasens des NSG's zur Verfügung zu stellen. Landwirt Vitoris erklärte sich als erster bereit, zu mähen, wo ein Maschineneinsatz möglich ist und auch dort helfend einzugreifen, wo Kiefern gefällt werden müssen, die ohne Motorsäge nicht zu beseitigen sind. Inzwischen sind noch die Landwirte Möller und Kauth hinzugestoßen, Schäfer Hilgers wird noch in diesem Jahr erwartet. In einigen Flächen schließlich, in denen besondere Eile geboten war, zeigte zusätzlich der Bauhof der Verbandsgemeinde Obere Kyll sein Können.

Ein glücklicher Umstand ermöglichte es, daß die Pflegearbeiten insgesamt nach einem fachgerechten Pflegeplan durchgeführt werden konnten. Im Ringen um die Existenz der Trockenrasen an der »Oberen Kyll« hatte sich eine Arbeitsatmosphäre ergeben, die auch vom Landesamt für Umweltschutz und Gewerbe anerkannt wurde. Über einen Werkvertrag erstellte der Dipl.-Ing. agr. Ostermann den Pflegeplan für das NSG »Mäuerchenberg ...«, nach dem bei allen Arbeitseinsätzen verfahren werden konnte.

Dieser Bericht soll keine heile Welt propagieren. Die Interessenunterschiede zwischen Behörden, Landwirtschaft und dem Naturschutz sind existent. Man kann sie nicht unter den Teppich kehren. Wenn aber an einem konkreten Projekt unter Ausklammerung anderer Probleme eine kooperative Zusammenarbeit möglich ist, dann sollte man die Chance nutzen. Vielleicht erleichtert der gemeinsame Erfolg bei einer kleinen Aufgabe den Umgang miteinander in großen Konflikten. Auch in diesem Sinne möge das nun wieder sichtbare »Hippelsteinchen« ein Symbol sein.